Warum sollten Rasenflächen gedüngt werden?
Die Düngung von Rasenspielfeldern gehört genauso zur regelmäßigen Rasenpflege,
wie das Mähen oder das Aerifizieren. Die richtige Düngung, mit auf die Bedürfnisse von
Rasengräser abgestimmten Nährstoffverhältnissen, ist ein entscheidender Faktor, wenn es um die
Erhaltung einer dichten Rasennarbe geht. Durch Düngung wird die Graspflanze angeregt neue Triebe
und neue Halme zu bilden. So werden vorhandene Lücken zum Teil wieder geschlossen, die Scherfestigkeit verbessert
und das Einwandern von Unkräutern verhindern. Auch kann sich die Pflanze nach Verletzungen, die der
Spielbetrieb mit sich bringt, wieder regenerieren. Regelmäßige Düngung führt natürlich zu einem
schnelleren Wachstum und dadurch zu häufigerem Mähen. Bei vielen Vereinen ist dies nicht gewünscht. An dieser
Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass dies aber erstrebenswert ist. Denn auch durch das
häufige Mähen wird die Pflanze zu neuen Verzweigungen und Triebbildungen angeregt. Dies wiederum führt
als weiterer Baustein zu einer dichten Narbe, wie sie erstrebenswert ist.
Wie funktioniert bedarfsgerechte Rasendüngung (Düngung nach Entzug)?
Der Stickstoffbedarf für Sportrasengräser
bewegt sich ungefähr im Bereich von 25 -30 Rein-N im
Verlauf der ganzen Vegetationsperiode. Diese Gaben werden in 3 bis 5
Portionen aufgeteilt. Abhängig von der
Löslichkeit der Dünger und der Belastung der Flächen.
Das gemittelte Nährstoffverhältnis in einem Rasendünger
sollte in etwa so aussehen:
N : P2O5 : K2 : Mgo = 1 : 0,3 : 0,3-0,5 : 0,2
Will man also 28 g N/m² im Jahr zuführen, soll man dazu noch
8 g P2O5/ m² und 14 g K2O/ m², sowie
6 g MgO/ m² düngen. In der Praxis wird im Frühjahr ein
eher stickstoffbetonter Volldünger eingesetzt
und im Herbst ein eher kalibetonter Dünger. Ein Stickstoffvorrat
im Boden ist nicht erwünscht, da
die Gefahr der Auswaschung sehr hoch ist. Das Substrat ist nicht in der
Lage N zu speichern.
Deshalb ist die Verwendung von Langzeitdüngern, mindestens bei
Aufbauten, die der DIN-Norm genügen,
zwingend. Die meisten Böden, auf den von uns betreuten Anlagen
sind mit P2O5 überversorgt, so dass wir
die Phosphatkomponente im Dünger oft nicht verwenden, um diesen
Wert wieder auf Normalmaß zurückzuführen.
Das rührt von der Rasendüngung mit, für diesen Zweck
total ungeeignetem, Gemüsedünger mit hohen Phosphatanteilen
(z.B. Blaukorn) her. Rasengräser haben aber einen recht geringen
Bedarf an Phosphat, außer in der
Jugendentwicklung. So reichert es sich immer mehr an und behindert
zuletzt die Aufnahme anderer
Nährstoffe. Die Firma Diez GmbH kann Dünger preiswert
für Ihre Bedürfnisse mischen lassen.
Fast jedes Mischungsverhältnis ist möglich. Es ist aber eine
Mindestabnahme von 2 to erforderlich.
Dies kann jedoch leicht durch das Zusammentun mehrerer Sportvereine
geschafft werden. Zusätzlich bieten
wir auch einen preisgünstigen Düngerausbringservice an.
Wieviel und wie oft soll ich düngen?
Die Düngermenge ist abhängig vom Bodenvorrat, der Nutzungsart der Fläche und dem Anspruch der Gräserarten.
Der Bodenvorrat wird durch Bodenproben ermittelt und ist in die Stufen niedrig, mittel und hoch aufgegliedert.
Der Nährstoffbedarf von Gräsern steigt mit der Anspruchsstufe. D.h. je höher der Anspruch ist,
desto höher ist der Bedarf an Nährstoffen. In unten aufgeführter Tabelle sehen Sie eine
Zusammenfassung.
| Jährlicher Nährstoffbedarf in Abhängigkeit vom Nutzungsanspruch |
| Anspruchsstufe |
N in g/m2 |
P2O5 g/m2 |
K2O g/m2 |
MgO g/m2 |
| hoch |
32-36 |
10 |
25-30 |
6 |
| mittel |
24-32 |
8 |
19-25 |
5 |
| niedrig |
18-24 |
8 |
14-19 |
4 |
Beim Stickstoffjahresbedarf der Gräserarten haben Lolium perenne
und Poa pratensis den höchsten Anspruch. Sie benötigen 30 g/m
2
pro Jahr. Festuva arundiacea benötigt 20 g/m
2 pro Jahr. Die anderen Festuca-
Arten liegen bei 12 g/m
2 pro Jahr. Die meisten Sportrasenflächen bestehen aus Poa- und Lolium-
Arten. So ergibt sich hierraus ein Anspruch zwischen 20 und 30 g/m
2 an N. Ein Rechenbeispiel soll
Ihnen nun aufzeigen, wie oft Sie pro Jahr düngen sollten. Wir gehen von einer Bodenversorgung der
Stufe "mittel" aus. Unser Bestand ist typisch und setzt sich aus Poa pratensis und Lolium perenne zusammen.
Die Beanspruchung ist mittel einzustufen, da es sich bei unserer Beispielsfläche um das Hauptspielfeld
handelt, auf dem vier mal pro Woche gespielt wird und kein Training stattfindet. Wir gehen also von einer Menge
von 30 g/m
2 im Jahr aus. Um das Beispiel einfach zu halten, verwenden wir nur eine Düngerart,
nämlich den speziellen Rasendünger der Firma Diez Sportrasen. Dieser enthält 20 g N, 8 g P2O5 und
8 g K2O pro kg. Gedüngt werden jeweils 30 g/m
2. Dies heißt das wir mit einem Düngergang 0,006 g/m
2 N
ausbringen. Analog dazu 0,0024 g/m
2 P2O5 und K2O. Dies bedeutet, dass wir fünf Düngungen im Jahr
benötigen um 30 g/m
2 auszubringen. Gleichzeitig bringen wir so 0,012 g/m
2 P2O5 und
K2O aus. In der Praxis sollten natürlich mehrere Düngerarten verwendet werden.
Wie schaut eine Jahresdüngung in der Praxis aus?
Generell wird pro Jahr vier- bis fünfmal
gedüngt. In unserem Rechenbeispiel im
Punkt "Wieviel und wie oft soll ich düngen?" haben wir
vorgestellt, wie diese Anzahl zustandekommt.
Nun ist es aber in der Praxis so, dass über das Jahr gesehen,
nicht nur eine Düngerart zum Einsatz
kommen sollte. Um auf die Bedürfnisse der Rasenpflanzen
einzugehen, werden mehrere Rasendüngerarten verwendet.
Eine konventionelle und häufig angewandte Strategie ist der
Einsatz dreier Dünger. Als Starterdünger
im Frühjahr, bei einsetztendem Wachstum der Gräser, wird ein
schnellwirksamer Stickstoffdünger, wie z.B.
der selbstgemischte Dünger der Firma Diez Sportrasen eingesetzt.
Hier ist der Stickstoff sofort pflanzenwirksam und
es wird der natürlichen Wachstumsschub der Gräser ausgenutzt.
Je nach Witterung hält die Wirkung
ungefähr vier Wochen. Danach wir oft ein Langzeitdünger, wie
der Scotts Sportsmaster eingesetzt.
Hier ist die Stickstoffkomponente teilumhüllt und so wird der
Stickstoff nach und nach freigesetzt. Die
Wirkung hält circa sechs Wochen an. Anschließend, in der
Sommerpause, kommt wieder ein schnellwirksamer
Dünger zum Einsatz. Hier bietet sich der bereits im Frühjahr
verwendete Dünger an. Die Firma
Diez Sportrasen bietet auch hier eine Besonderheit. Wir setzten an
dieser Stelle oft unseren selbstgemischten
Dünger ohne Phosphatkomponente ein. Dies ist vorteilhaft, da bei
Untersuchungen unsererseits durch
Bodenproben, herauskam, dass viele Sportflächen mit Phosphor
überversorgt sind. Als Herbstdünger
sollte ein Dünger mit reduzierten Stickstoff- und erhöhten
Kalianteilen verwendet werden. Das Kali
sorgt dafür dass die Pflanzen gestärkt in den Winter gehen
und wiederstandsfähiger gegenüber Krankheiten sind.
Je nach Bedarf und Anspruchsniveau kann vor der Herbstdüngung noch
eine fünfte Düngung durchgeführt werden. Diese ist
vor allem dann nötig, wenn kein Langzeitdünger verwendet wird.
Wozu werden Bodenproben gezogen?
>Bodenproben werden zur Ermittlung der
Nährstoffgehalte im Boden gezogen. Dies gilt als Basis bei der
Erstellung
von Jahresdüngerplänen. In der Praxis genügt meist eine
Bodenuntersuchung. Diese erfolgt aus zeitlichen
und pflanzenbaulichen Gründen meist im Herbst oder im zeitigen
Frühjahr. Die ermittelten Nährstoffgehalte werden in drei
Klassen
eingeteilt. Diese sind "hoch", "mittel" und "niedrig". Hierbei gilt die
Gehltsstufe "mittel"
als Zielvorgabe für einen sachgerechten Düngerplan.
| Anzustrebende Nährstoffgehalte für Rasenböden |
| Bodenart |
Phospat in mg/100 g Boden |
Kali in mg/100 g Boden |
Magnesium in mg/100 g Boden |
| Herkömmlicher Bodenaufbau |
10-20 |
10 |
15-25 |
| Sandreiche RTS |
7-15 |
10-15 |
5-10 |
Die Firma Diez Sportrasen zieht als Extraservice bei ihren Kunden am Jahresende kostenlose Bodenproben
und erstellt darufhin eine Düngerplanung für das nächste Jahr.
Was ist beim Mähen zu beachten?
Soll der Rasen schön, kräftig und
ständig benützbar bleiben, ist ein Mähen
unerlässlich. Mähen führt zur
Bestockung der Gräser, die bodennahen Blätter gelangen zum
Austrieb und somit entwickelt sich eine blattreiche
Rasendecke.Die Schnitthäufigkeit ist abhängig vom
Wachstumsverlauf innerhalb einer
Vegetationsperiode. Die wöchentliche oder zur Zeit des
größten Zuwachses auch häufigere Schnittfolge
läßt Arten, wie Wiesenrispe (Poa pratensis), Deutsches
Weidelgras (Lolium perenne) und Rotschwingel
(Festuca rubra) eine optimal dichte Narbe ausbilden. Die optimale
Schnitthöhe ist von verschiedenen
Faktoren abhängig. Dazu zählen der Rasentyp, die
Grasartenzusammensetzung, die erwünschte
Oberflächenbeschaffenheit,
die Jahreszeit und die Witterung. Hierbei ist vor allem die Nutzung
entscheidend. Im Endeffekt muß bei der Schnitthöhe ein
Kompromiß zwischen den Bedürfnissen der wachsenden Pflanze
und den Anforderungen seitens der Benutzer
gefunden werden. Bei Fußballfeldern liegt die Schnitthöhe
zwischen 30-50 mm (Aufwuchshöhe: 60-100 mm), bei
Golfgreens bei 4-7 mm (Aufwuchshöhe 8-12 mm). Die
Schnittgutqualität wird im wesentlichen vom Typ des
Rasenmähers
und von der Beschaffenheit der Rasendecke zur Zeit des Mähens
bestimmt. Allerdings ist auch mit den besten
Maschinen kein gutes Mähergebnis zu erzielen, wenn der Rasen in
einem schlechten Zustand ist.
Welche Mäherarten gibt es?
Grundsätzlich gibt es die Spindelmäher,
die Sichelmäher, die Schlegelmäher,
die Balkenmäher und die Kreisel- und Scheibenmäher.
Spindelmäher ergeben den saubersten und exaktesten
Schnitt und haben die größte Flächenleistung. Sie sind
jedoch nicht für hohes Gras geeignet. Sichelmäher
sind robust und mähen auch hohes Gras und haben eine befriedigende
Schittqualität. Schlegelmäher finden auf unebenen
Flächen Verwendung. Balkenmäher dienen zum Mähen von
hohem Gras und wenn das Schnittgut zu Futterzwecken verwendet werden
soll. Kreisel- und Scheibenmäher finden in der Landwirtschaft
Anwendung. Sie sind verhältnismäßig
unempfindlich, mähen schnell und lassen das Schnittgut in voller
Länge auf Schwaden liegen.
Soll Rasenschnittgut entfernt werden?
Auf stark sandigen Böden, z.B. DIN-Sportplätzen, mit geringer biologischer Aktivität,
ist das Entfernen des Rasenschnittgutes wegen der möglichen Rasenfilzbildung meist empfehlenswert.
Während sehr trockener Witterungsperioden kann man das Gras jedoch als Mulch zum Schutz gegen
Austrocknung liegen lassen. Für das Entfernen des Rasenschnittgutes sprechen folgende Gründe:
- Durch das Entfernen organischer Stoffe wird die auf manchen Rasen
unerwünschte Tätigkeit der Regenwürmer eingeschränkt
- Verfilzungen an der Basis der Gräser werden verhindert
- Rasen kann unter dem eventuell ungleichmäßig abgelegten Schnittgut geschädigt werden
- Die Verbreitung von Unkraut, das sich vegetativ vermehren, wird vermindert
- Krankheitserregern wird eventuell der geeignete Nährboden zur Ausbreitung entzogen
Unter bestimmten Vorraussetzungen kann jedoch das Schnittgut auf der Fläche verbleiben.
- geringe Aufwuchsmengen
- junges, blattreiches Gras
- gleichmäßige Schnittgutverteilung
- trockene Witterung
- hohe biologische Aktivität des Bodens
Bei regelmäßigem Schnitt, wie z.B. auf Sportrasenflächen üblich, fallen etwas 50g Grünmasse je
m
2 an. Diese Menge kann, wenn sie kurz geschnitten und gut verteilt bei normal
feuchtem Boden in die Rasendecke einrieselt, durch die Bakterientätigkeit umgesetzt werden.
Höherer Massenanfall und extrem trockene Witterung verhindern eine rasche Mineralisation und fördert
die Filzbildung. Eine gleichmäßige Schnittgutverteilung ist nur möglich, wenn trockenes Gras
mit dem Spindelmäher geschnitten wird. Sichelmäher können besonders bei feuchtem Bestand das
Schnittgut nicht so fein verteilen, es bilden sich oft größere Klumpen.
Ab wann kann man im Frühjahr vertikutieren?
Es sollte der Beginn des Gräserwachstums abgewartet werden. Dadurch wird ein zügiges Zusammenwachsen
der Grasnarbe nach dem Vertikutieren gewährleistet. Idealer Termin ist nach dem ersten oder zweiten Mähen.
Am besten vertikutieren Sie kreuz und quer. Der Messerabstand sollte eng gewählt werden, d.h. bei
wenigstens 2 cm liegen. Optimal wäre das gleichzeitige Aufsammeln des Vertikutiergutes. Dadurch kann
die Arbeit mit möglichst wenigen Überfahrten ermöglicht werden. Ist der Rasenfilz über 5 mm dick, muss
unbedingt vertikutiert werden. Lassen Sie sich von dem ersten Eindruck nach der Arbeit nicht schocken.
Das frische Grün kommt nach einigen Tage wieder zum Vorschein. Die Rasenfläche sollte nach dem
Vertikutieren gedüngt und falls erforderlich auch nachgesät werden.
Hinweis: Es werden auch Vertikutierer mit Messerabständen von 60 mm und mehr angeboten. Hier fällt
der Vertikutiereffekt sehr bescheiden aus. Leider verlangen auch oft Ausschreibungstexte diesen
Messerabstand. Hierbei wird ziemlich wenig Material herausgefördert und somit leidet die Arbeitsqualität
und damit auch die Wirkung dieser Maßnahme.
Welche Gründe gibt es für die Filzbildung im Rasen?
- Die Abbaurate der fortlaufend anfallenden Pflanzenteile ist geringer als der Nachschub
- geringe biologische Aktivität des Rasensubstrates
- Rasentragschicht führt Feuchtigkeit zu schnell ab
- niedriger ph-Wert (5,5), dadurch geringes mikrobielles Bodenleben
- Geringe Kationenaustauschkapazität
- Verschiedene Gräser haben verschiedene ph-Optimalbereiche, der ph beeinflußt also direkt
die Zusammensetzung der Pflanzengesellschaften des Rasens, das Optimum für Poa- und Lolium-
Arten liegt bei ca 6-6,8
- zu großer Schnittgutanfall
- Mähgut verbleibt auf der Fläche
- schnelle Abtrocknung des Rasens
- schlecht verottbares Schnittgut durch falsche Pflanzenzusammensetzung
- unsachgemäße Düngung
- ungenügende oder mangelhafte mechanische Pflege
- schlechte Durchlüftung
- zu lange Mähintervalle
- Ungeeignete Rasenansaatmischungen, die einen hohen Schnittgutanfall liefern, weil sie ihren
Züchtungsschwerpunkt nicht in der Rasennutzung, sondern möglicherweise in der Futtergewinnung haben
Welche Folgen hat eine Filzschicht auf der Rasentragschicht?
Durch den wachsenden Filz erhält der Rasen eine geringere Scherfestigkeit der Narbe. Der Filz
lässt Wasser schlecht passieren - dadurch wird im schlimmsten Fall nur noch der Filzhorizont
durchwurzelt. Der Gasaustausch wird behindert. Es findet fast keine Mineralisation mehr statt. Der
Rasenfilz ist ein idealer Nährboden für Pilzkrankheiten. Die Pflanzengesellschaft verschiebt sich
in Richtung der Flachwurzler. Der Filz wirkt als Sperre für Wasser, Nährstoffe und Luft in den durchwurzelbaren
Bereich der Rasentragschicht. Oft ist die Filzschicht schmierig und die darunterliegende Tragschicht
staubtrocken.
Welche aktive Maßnahmen zum Filzabbau gibt es?
- Vertikutieren und Vertikutiergut abfahren
- Ph-Wert des Sauerstoffsubstrates micht unter 5,5 absinken lassen
- Zur Not aufklaken mit kohlensaurem Kalk, Vorsicht bei der Anwendung: nicht zu viel
- Das Kalken verbessert die Bodenstruktur und die Wasserhaltefähigkeit
- Der höhere ph-Wert verbessert die Nährstoffaufnahme
- Keinen sauern landwirtschaftlichen Dünger verwenden
- Aerifizieren bringt Luft in den Boden, fördert denGasaustausch und regt die Tätigkeit der
Mikroorganismen an
- Bioaktive Substanzen (Wurmhumus, Biodenit, Bentonit, etc.) auf den Boden bringen und
einarbeiten
- Bodenleben aktivieren, gefräßige Mikroorganismen sind besser als jeder Vertikutierer
- Durch Besanden kann man eine geringe Filzschicht strukturieren
- Beregnung mit Wetting Agent, damit das Wasser überhaupt in den Untergrund eindringen kann
- Bei Filzshichten über 20 mm ist Vertikutieren allein zum Filzabbau nicht mehr ausreichend,
dann muss außerdem aerifiziert und besandet werden, weitere mechanische Pflegearbeiten sind hier
sinnvoll
- Filzhorizont mehrmals jährlich mechanisch bearbeiten (Vertikutieren, Schlitzen, Aerifizieren,
Tiefenaerifizieren, Spiken, Vertisol, etc.) sind alles Möglichkeiten um das Bodenleben zu unterstützen
- Tragschicht lockern (Terramat, Vertidrain)
- Mähgut immer abkehren
- Kein nasses, klumpiges Schnittgut liegen lassen
- Keinen Mulchmäher verwenden
- Auf ausgewogene Düngung mit Langzeitnährstoffen achten
- Den ph-Wert jährlich kontrollieren
- NAch einer Kalkung die Düngergaben zurückfahren, da durch die erhöhte Mineralisation
Nährstoffe freiwerden
- Bei reinen Sandaufbauten kann man Bentonit einarbeiten, um die Wasserhaltefähigkeit des Substrates zu
verbessern, dadurch wird auch die Auswaschung der Nährstoffe in das Drainagewasser verzögert
und den Gräsern für einen längeren Zeitraum erhalten
- Das gute Wasserschluckverhalten der modernen Tragschichten, die im Wesentlichen aus gröberen
kalkarmen Sanden bestehen, führt auch zu einer schnellen Versauerung des Substrates, die
Kalkauswaschung wird durch die Beregnung der Rasenfläche, die auch in seltensten Fällen
sachgerecht ist, noch beschleunigt
- 5 Liter Sickerwasser sind in der Lage ein Gramm Kalk zu lösen
- Bodennahe Bauweise mit abgemagerten Substraten haben meist kein Filzproblem, dies kann schon
beim Bau eines Rasenspielfeldes berücksichtigt werden
Was bewirkt das Aerifizieren (Stöpseln)?
Durch den Spielbetrieb entstehen in den obersten Zentimetern der Rasentragschicht Verdichtungen,
die den Wasserabfluß erschweren, und den nötigen Gasaustausch zu den Wurzeln behindern. Beim Aerifizieren
werden viele kleine Löcher in die Grasnarbe gestoßen. Dadurch wird vor allem die biologische
Aktivität der Grasnarbe verbessert. Rasenfilz kann nun abgebaut werden, das Wasser besser abfließen.
Aerifiziergeräte sollten Hohlzinken haben. Die herausgestochenen Erdstopfen bleiben an der Rasenoberfläche
liegen, trocknen ab und werden anschließend mit einem Schleppnetz verrieben. Aerifizierer, die nur
80 oder weniger Löcher pro m² machen, sind ihr Geld nicht wert. Wichtig ist es außerdem, die
Löcher durch häufiges Überfahren mit dem Zugfahrzeug nicht wieder zuzufahren.
Für was ist eigentlich Besanden gut?
Regelmäßiges Besanden erhält die
Durchlässigkeit der Tragschicht, verhindert zu große
Regenwurmaktivität,
verhindert, dass die Spielfläche zu rutschig wird, erhöht die
Bespielbarkeit, erleichtert den Gräsern
das Wurzelwachstum und macht den Rasen in Verbindung mit häufigen
Abschleppen eben. Durch das schnelle
Abtrocknen sinkt die Anfälligkeit für Pilzerkrankungen.
Wieviel sollte man beim Besanden aufbringen?
Das hängt ganz von der Zielsetzung und den Begleitmaßnahmen ab. Am besten lässt sich diese Frage
durch ein Gespräch mit dem Fachmann klären. Pflegebesandungen beginnen mit ca. 27 to Quarzsand 0/2
mm auf einen Fußballplatz mit ca. 6500 m². Normalerweise werden ganze LKW-Züge geordert. Kleinmengen
für Teilflächen sind finanziell extrem unrentabel. Bei einer Platzgröße von 6500 m² werden ca.
56 to Sand aufgebracht. Bei trockener Witterung lässt sich diese Menge gut einarbeiten. Das entspricht
einer Ausbringmenge von 35m³/Platz oder ca. 5,5 l/m². Alle diese Bezeichnungen sind üblich. Im Golfbereich
wird oft eine Plane ausgelegt und dann durch Wiegen oder Messen in einem Hohlmaß genau ermittelt wieviel
Sand auf den m² herausfällt. Bei einiger Erfahrung lässt sich die Menge aber gut abschätzen.
Warum sollten- zum Besanden nur qualitativ hochwertiger Sand eingesetzt werden?
Beim Besanden sollte nur gewaschener und geprüfter Quarzsand zum Einsatz kommen.
Dieser ist zwar teurer, doch bei der Verwendung von "billigen" Sanden entstehen Nachteile, die zum
Teil drastische Auswirkungen haben. Nicht gewaschene Sande neigen beispielsweise stärker zu Verfestigungen.
Dies rührt daher, dass das anhaftende Feinkornmaterial abgewaschen wird, sich verlagert und sich
in gewissen Bereichen konzentriert, wo es dann zu VErbindungen zwischen den Sandkörner kommt. Ein
weiterer Grund ist die Ausbildung von Zementgruppen, die zu einer Verringerung der Porenquerschnitte
führt und damit zu einer ungenügenden Wasserdurchlässigkeit.
Kleinmengen Sand gibts bei: www.25kilo.de
Was ist Rasensand oder Moossand?
10 Schaufeln Sand, 3 Schaufeln schwefelsaures Ammoniak (Ammoniumsulfat ((NH4)²SO4))und zwei Schaufeln
Eisen-II-Sulfat (FeSO4 oder Eisenvitriol) selbst mischen und auf den feuchten Boden 3 bis 4 mal
im Jahr ausbringen. Mischung am besten selber herstellen. Günstigste Jahreszeit ist der Frühling.
Ausbringmenge 100-200 g/m². Vorsicht: Verbrennungen möglich. Gut wässern. Danach immer vertikutieren
und eventuell nachsäen. Komponenten aber besten immmer frisch mischen.
Was ist Topdressing?
Topdressing besteht aus einer Mischung von Sand, Dünger und organischen Stoffen,
die auf dem Rasen ausgebracht werden, um die Bodenstruktur zu verbessern und die Bespielbarkeit
des Platzes zu verlängern. Der Sand dient zur Verbesserung der Wasserdurchlässigkeit und der Durchlüftung
feinerdereicher Böden. Verwendete organische Stoffe sollten frei von Schädlingen, Krankheiten und
Samen ausdauernder Unkräuter sein. Die am häufigsten verwendeten organischen Stoffe sind: Torf,
Kompost, Lauberde, Erdkegel vom Aerifizieren, Stallmist und Klärschlamm. Ein großer Nachteil dieser
Materialien ist die ungleichmäßige Beschaffenheit. Topdressing wird aus mehreren Gründen aufgebracht.
Zum einen können unebene Flächen ausgeglichen werden. Die Bodenstruktur wird verbessert und die
Bespielbarkeit des Rasens wird verlängert. Durch den Dünger im Topdressing können Nährstoffe wieder
rückerstatten werden. Weiterhin hemmt Topdressing die Moosbildung durch Verbesserung der Bodenbedingungen.
Topdressing wird mit Streuwagen ausgebracht und mit Schleppnetzen eingerieben.
Welche Arbeiten fallen im Frühjahr auf einem Rasenspielfeld an?
- Rasenfläche abschleppen, wenn die Tragschicht ein Befahren zulässt
- Frühjahrsdüngung aufbringen
- Schäden an der Narbe reparieren
- Beregnungsanlage befüllen und Probelauf
- Rasenmäher-Messer und -Spindeln schleifen
- Rasenfläche abkehren
- Bei einsetzendem Wachstum vertikutieren
- Erhaltungskalkung
- Sichtkontrolle auf Schadbilder und Krankheitsbilder durchführen
- Aerifizieren und event. Besanden
- Feststellen ob Verdichtungen vorhanden sind
- Eventuell nachsäen
Warum soll man nachsäen?
Mit der Zeit wandern in die Grasnarbe unerwünschte Grasarten und -sorten ein. Der Unkrautdruck wird
höher und es kommen nur unerwünschte Rasengräser zum Aussamen, da durch den häufigen Schnitt
Poa pratensis und Lolium perenne seltenst Samen bilden können. Dadurch vergreist die Narbe. Um den
entgegenzuwirken ist eine Übersaat mit einigen Wochen Ruhepause und eine ausgewogene Düngung das
beste Mittel eine strapazierfähige Narbe zu erhalten. Man hat so die Möglichkeit die allerneuesten
Rasensorten, die sich durch die Bildung von Stolonen vermehren und weniger Schnittgut liefern, in
der Narbe zu etablieren. Billige Rasenmischungen bieten dies nicht, da neue und leistungsfähige
Sorten teuer sind. Der Sommer 2003 hat auch gezeigt, dass es sinnvoll ist bei Nachsaaten in
Zukunft mehr Wert auf Arten zu legen, die trockenheitstoleranter sind als Lolium- und Poa-Arten.
Gerade Tragschichten, die DIN-Normen genügen, sind bei großer Hitze über einen längeren Zeitraum
nicht oder nur mit einem erheblichen finanziellen Aufwand zu beregnen.
Wie kann man Kalklinien im Rasen entfernen?
Manche Sportplätze sind nur deshalb nicht
eben, weil im Laufe der Jahre oder Jahrzente die Linien
mit Kalk, Sägemehl oder Kreide immer wieder markiert wurden.
Wöchentlich kommen so auf den Fußballplatz
nur auf die Linien von ca. 600 m Länge und 12 cm Breite zwei bis
fünf Sack Kreide. Dieses Material
wird aber nicht mehr heruntergenommen und bildet im Laufe der Jahre
eine Überhöhung von bis zu 20 cm.
Der Strafraum kann manchmal schon als flaches Becken durchgehen. Keine
Frage, wenn es so weit
gekommen ist, müssen die Linien wieder auf das Niveau der
Spielfläche abgesenkt werden. Diese
Maßnahme ist mit nicht unbeträchtlichen Kosten verbunden.
Die Linien können sowohl abgefräst werden,
aber auch mit Sodenschäler abgerollt werden. Die Menge des
Materialanfalles wird hierbei gerne unterschätzt.
Das nächste Problem ist die schlechte Keimrate auf dem
Kalksubstrat. Besser ist es also, nicht nur soviel
Materila, wie zur Entfernung der Erhöhung nötig ist,
wegzunehmen, aondern auch noch in die Tiefe zu gehen und die ganzen
Rückstände der Markierungen herauszunehmen. Oft kann dies bis
zu 15 cm in die Tiefe gehen. Diese flachen
Gräben werden mit Substrat aufgefüllt und verdichtet. Danach
wird wieder eingesät. Nach dem Auflaufen
der Gräser sollte man dann auf Flüssigmarkierung umsteigen.
Die Farbe zur Markierung hält heute recht
lange und ist wasserfest. Mit ihr bilden sich keine
Überhöhungen auf der Spielfläche. Fachgerecht
ausgeführt ist diese Markierart nicht teurer als die Markierung
mit Kreide.
Wie kann Staunässe beseitigt werden?
Zuerst ist es wichtig festzustellen, welche Bodenschicht für den gestörten Wasserabfluß verantwortlich
ist. Geräte zum Einsatz in verschiedenen Bodentiefen und-schichten stehen bei der Diez GmbH zur
Verfügung. Saisonunabhängige Staunässebeseitigung ist durch die Pressluftlanze möglich. Dabei
wird ein Rohr in den Boden getrieben und bei verschiedenen Verdichtungshorizonten Pressluft ruckartig
durch die Spitze des Rohres getrieben und in den Boden gleitet. Dieses Verfahren wirkt wie eine
kleine Sprengung im Untergrund. Es sind Eindringtiefen bis zu 70 cm möglich.
Welche Möglichkeiten der mechanischen Unkrautbekämpfung auf Sportplätzen gibt es?
Unkrautbekämpfung im Rasen ist durch vorbeugende pflegerische und mechanische Maßnahmen
möglich. Eine chemische Unkrautbekämpfung gestaltet sich nicht immer einfach, da hierzu die
Genehmigung der zuständigen Behörde nötig ist. Und diese kann zum Teil ungeahnte Kosten verursachen.
Deshalb ist die Vermeidung von Unkraut immer noch der geeigneteste Weg. Dies wird am besten durch einen lückenlosen
Rasenbestand erreicht. Denn Lücken erleichtern dem Unkraut die Einwanderung in einen Bestand. Die Qualität des
Rasens wird weitgehend von der Schnitthöhe und von der Häufigkeit des Schnittes bestimmt. Wird in langen
Zeitabständen ein hochgewachsener Bestand sehr kurz geschnitten, kann der Rasen geschädigt werden,
weil die feinen Gräser absterben und sich Rosettenunkräuter oder grobe Gräser ausbreiten. Bei
herkömmlicher Pflege ist es üblich das Schnittgut zu entfernen. Läßt man es liegen, können sich
unerwünschte Arten wie z.B. die einjährige Rispe (Poa annua) schnell über den ganzen Rasen verbreiten.
Pflanzen brauchen Luft und Wasser, um richtig gedeihen zu können. Wenn sie diese elementaren Stoffe
nicht im ausreichenden Maße erhalten, werden die erwünschten Gräser geschädigt, während einige
anspruchslosere Unkrautarten eine Förderung erfahren. Im Laufe der Zeit kann sich durch ständige Verwendung
schwerer Maschinen und Belastung durch Spieler die Rasentragschicht verdichten. Diese Verdichtungen
in Verbindung mit dem Rasenfilz verhindern Gasaustausch und Wasserdurchlässigkeit und damit die
Durchdringung des Bodens mit Wurzeln. Durch Aerifizieren werden die entstandenen Schäden gemildert
und der Rasen wird gekräftigt. Noch wirkungsvoller ist die Durchlüftung in Verbindung mit Besanden.
Während des normalen gesunden Wachstums eines Rasens sammeln sich große Mengen abgestorbener
Pflanzenreste auf dem Grund der Grasdecke an. Auf stark sandhaltigen, biologisch wenig aktiven
Rasentragschichten bildet sich mit der Zeit ein dicker, undurchlässiger Filz, der die Durchlüftung
und die Wasseraufnahme des Bodens behindert, damit den Rasen schwächt und ideale Voraussetzungen für
die Entwicklung von Moossporen schafft. Durch Vertikutieren wird diese Filzschicht durchschnitten,
die Seitentriebbildung gefördert und die Keimmöglichkeit für Unkräuter erschwert.
Wann ist ein Platz noch bespielbar?
Grundsätzlich trifft die Entscheidung
über die Bespielbarkeit eines Platzes laut DFB die
Sportplatzkommission.
Diese setzt sich zusammen aus einem Beauftragten des
Platzeigentümers, einem Vertreter der spielleitenden
Stelle und einem Mitglied des Schiedsrichtergespannes. Dies ist jedoch
in der Praxis meist nicht
möglich. Bei einer Gefahr für die Gesundheit des Spielers
kann der Schiedsrichter jederzeit ein
Fußballspiel absagen. Die Nutzung von Sportplätzen kann
durch Nässe, Reif, Frost, Eis und Schnee
eingeschränkt werden. Oft kommt es bei ungünstigen
Platzverhältnissen zu Schäden am Bodenaufbau und
den Gräsern. Durch starke Nässe wird der Boden stark
verdichtet und uneben. Es entstehen starke Schäden
an den Gräsern. Ist der Boden nicht gefroren, es zeigt sich aber
Rhaureif an den Gräser, ist ein Spiel
zwar möglich, aber nur mit schweren Schäden an den
Gräsern. Bei Eis und gefrorenem Boden werden die
Blätter der Gräser zerstört (Schwarzfärbung im
Frühjahr), bei starker Bespielung ist sogar eine
Zerstörung der ganzen Pflanze möglich, wodurch der Bestand im
Frühjahr Lücken aufweist. Bei oberflächlichen
Auftauen des Bodens (Frost, Tauwechsel) sind die Konsequenzen sehr
starke Schäden an den Gräsern und
den Wurzeln. Bei einer Schneeauflage von unter 10 cm wird der Schnee
durch den Spielbetrieb zusammengepreßt,
die Gräser ersticken und die Tritte gelangen auch bis auf die
Gräser am Boden. Bei einer Schneeauflage
von über 10 cm muss man mit den gleichen Konsequenzen rechnen,
jedoch ist ein Spiel im Gegensatz zu den
vorherigen drei Fällen durchaus möglich. Auch beim
Schneeräumen werden sehr starke Schäden an Gräsern
und Wurzeln verursacht. Das Spiel ist eingeschränkt möglich.
Auf Salze und Auftaumittel sollte
möglichst verzichtet werden, da die Salzkonzentration Schäden
verursachen kann.