Rasenanlage:
Was bedeutet DIN 18035?


Rasenverbesserung:
Warum soll man nachsäen?
Welche Möglichkeiten zur Erneuerung von Torräumen gibt es?
Was ist Rollrasen?


Saatgut:
Welche Gräserarten finden im Rasenbereich Anwendung?
Was macht eine gute Rasenmischung aus?
Welche Gräserarten kommen in welchen Rasenmischungen vor?



Was bedeutet DIN 18035?
Die DIN 18035 legt bestimmte Grenzwerte für den Bau von Sportflächen fest, die gewährleisten sollen, dass eine Sportfläche entsteht, die den gestellten Anforderungen gerecht wird. Die erste DIN 18035 Teil 4 wurde im Oktober 1974 herausgegeben. In der DIN 18035 Teil 4 werden folgende Begriffe definiert: Rasenfläche, Baugrund, Untergrund, Unterbau, Erdplanum, Entwässerungseinrichtungen, Dränschicht, Dränschlitze, Rasentragschicht, Gerüstbaustoffe, Zusatzstoffe und Rasendecke. Weiterhin sind in ihr die Anforderungen an diese festgeschrieben.


Warum soll man nachsäen?
Mit der Zeit wandern in die Grasnarbe unerwünschte Grasarten und -sorten ein. Der Unkrautdruck wird höher und es kommen nur unerwünschte Rasengräser zum Aussamen, da durch den häufigen Schnitt Poa pratensis und Lolium perenne seltenst Samen bilden können. Dadurch vergreist die Narbe. Um den entgegenzuwirken ist eine Übersaat mit einigen Wochen Ruhepause und eine ausgewogene Düngung das beste Mittel eine strapazierfähige Narbe zu erhalten. Man hat so die Möglichkeit die allerneuesten Rasensorten, die sich durch die Bildung von Stolonen vermehren und weniger Schnittgut liefern, in der Narbe zu etablieren. Billige Rasenmischungen bieten dies nicht, da neue und leistungsfähige Sorten teuer sind. Der Sommer 2003 hat auch gezeigt, dass es sinnvoll ist bei Nachsaaten in Zukunft mehr Wert auf Arten zu legen, die trockenheitstoleranter sind als Lolium- und Poa-Arten. Gerade Tragschichten, die DIN-Normen genügen, sind bei großer Hitze über einen längeren Zeitraum nicht oder nur mit einem erheblichen finanziellen Aufwand zu beregnen.


Welche Möglichkeiten zur Erneuerung von Torräumen gibt es?
Bei der Erneuerung von aufgespielten Fünf-Meter-Räumen oder Teilen des Strafraumes, sowie des Anspielpunktes werden grundsätzlich immer die Reste der alten Narbe abgeschält. Ist dies nicht möglich, kann man auch mit einer Umkehrfräse die Reste der Grasvasen "vergraben", damit sie beim anschließenden Einebnen nicht stören. Dann sollte der Untergrund möglichst gelockert werden. Nun füllt man den zu überholenden Bereich mit Substrat auf und begradigt die Stelle. Walzen und anschließend nochmals begradigen. An den Kanten kann man nun beginnen die Fläche mit Rollrasen zu belegen. Eine vorherige Starterdüngung auf das Planum erleichtert den Wurzeln das Anwachsen. Der ausgelegte Rollrasen wird ebenfalls angewalzt und die nächste Zeit gut gewässert. Trocknen die Soden nur einmal aus, war die Arbeit umsonst. Wichtig ist es auch, den Rollrasen an den Stößen zusammenzuschieben und für Kantenschluß zu sorgen, damit diese nicht austrocknen. Nach 14 Tagen nochmals düngen. Selbstverständlich kann man die ganze Fläche auch ansäen. Meist ist jedoch für die Bildung einer Narbe nicht genügend Zeit vorhanden. Die Ansaat ist in jedem Fall sie preisgünstigste Lösung.


Was ist Rollrasen?
Rollrasen ist eine vorkultivierte Rasendecke, die abgeschält und zum Transport aufgerollt, im Garten nur noch wie ein Teppich verlegt werden muß. Auf ebenen, steinfreien, wie zur Rasenansaat üblich vorbereiteten Böden, wird das Saatgut ausgebracht. Während der nun folgenden 12-15 monatigen Vegetationszeit bekommt der Rasen eine optimale Pflege, sowohl was einen regelmäßigen Schnitt, eine ausgewogene und ausreichende Nährstoffversorgung und auch die Wasserversorgung im Bedarfsfall betrifft. Der Rollrasen ist ein lebendes Produkt und ist deshalb leicht verderblich. Er sollte innerhalb von 24-36 Stunden(witterungsabhängig) nach dem Schälen verlegt sein. Der Boden wird wie für eine übliche Rasenansaat vorbereitet. D.h. er sollte fest, feinkrümmelig, eben und ohne Verunreinigungen sein. Um das Wachstum neuer Wurzeln anzuregen, ist es sinnvoll oberflächlich einen Rasendünger (40-50 g/m2 Volldünger) einzuarbeiten. Vor dem Verlegen ist der Boden aufzurauhen. Der Rasen ist von Anfang an begehbar. Zu Anfangs sollte man sich aber nur vorsichtig darauf bewegen. Wichtig ist das sofortige, ausgiebige Angiessen (12-15 l/m2) der frisch verlegten Rasensoden. Das Wasser sorgt für eine gute Verbindung zwischen Sode und Boden. Bis zu 2 Wochen nach dem Verlegen ist der Rasen täglich ausgiebig zu wässern, um Trockenschäden zu vermeiden. Nach 5-6 Wochen und einer Wurzeltiefe von gut 10 cm ist der Rasen im Boden richtig verankert. Nach 5-7 Tagen oder einer Halmlänge von 7-8 cm ist der erste Schnitt fällig.


Welche Gräserarten finden im Rasenbereich Anwendung?
Im Rasensportbereich werden hauptsächlich sechs verschiedene Gräser eingesetzt. Dies sind das Deutsche Weidelgras (Lolium perenne), die Wiesenrispe (Poa pratensis), verschiedene Rotschwingelarten (Festuca ssp.), verschiedene Straußgrasarten (Agrostis ssp.), verschiedene Schafschwingelarten (Festuca ovina ssp.) und der Rohrschwingel (Festuca arundinacea). Das deutsche Weidelgras (Lolium perenne) ist ein belastbares und strapazierfähiges Rasengras. Es besitzt ein ausgeprägtes Bestockungsvermögen. Für höhere Ansprüche ist eine entsprechende Stickstoffversorgung wichtig. Das Deutsche Weidelgras zeichnet sich durch eine schnelle Keimung (7-15 Tage) aus und ist besonders zur Nachsaat geeignet. Die Wiesenrispe (Poa pratensis) ist ein sehr strapazierfähiges und dichtes Rasengras. Geringe Zuwächse und seine Ausläufer machen es wertvoll für jeden Rasen. Auch hier ist eine ausreichende Stickstoffversorgung wichtig für die Etablierung und Entwicklung. Die Wiesenrispe weist eine langsame Keimung auf (15-25 Tage) und ist deshalb zur Nachsaat weniger geeignet. Die Rotschwingelarten (Festuca spp.) sind mit ihrem breiten ökologischen Spektrum breit einsetzbar, krankheitsresistent und trockentolerant. Bei regelmäßiger Belastung und tiefem Schnitt stellt der Rotschwingel hohe Ansprüche an Pflege und Nährstoffversorgung. Der Rotscwingel hat eine mittlere Keimdauer (10-18 Tage) und ist ein wichtiger Bestandteil in anspruchsvollen Zier- und Gebrauchsrasen. Durch seine Tiefschnitteignung wird Festuca ssp. auf Golfgrüns eingesetzt. Die Straußgräser (Agrostis ssp.) stellen als gemähte Rasen hohe Ansprüche an Pflege und Nährstoffversorgung. Bei nicht optimaler Pflege sind sie krankheitsempfindlich. Die Straußgräser weisen eine mittlere Keimdauer (12-20 Tage ) auf und finden in erster linie im Zierrasen und im Landschaftsrasen Verwendung. Das Weiße Straußgras(Agrostis stolonifera) wird wegen seiner Tiefschnittverträglichkeit in Golfgrünmischungen eingesetzt. Die anspruchslosen Schafschwingelarten (Festuca ovina ssp.) sind auch auf ärmsten Standorten einsetzbar und sind gute Bodenfestiger. Sie bilden lockere Narben. Die Keimdauer liegt im mittleren Bereich (11-19 Tage). Aufgrund seiner Eigenschaften ist der Schafschwingel ein wichtiges und wertvolles Gras im Landschaftsrasen. Da er auf regelmäßigen Schnitt und Betritt empfindlich reagiert, ist er in anderen Rasenmischungen nicht enthalten. Der Rohrschwingle (Festuca arundiacea) übersteht mit seinen tiefreichenden Wurzeln Trockenperioden gut. Gegenüber tiefem Schnitt ist er empfindlich. Er besitzt eine mittlere Keimdauer (9-16 Tage). Die neueren und feinblättigeren Züchtungen des Rohrschwingels sind vielseitig einsetzbar.


Was macht eine gute Rasenmischung aus?
Will man einen neuen Rasen anlegen oder den alten durch eine Nachsaat verbessern, steht man als Verbraucher vor der Frage nach der richtigen Rasenmischung. Grundsätzlich sollten Mischungen aus mehreren Rasengräserarten verwendet werden. Die Eigenschaften der unterschiedlichen Rasengräser ergänzen sich in aller Regel positiv. Je nach Verwendungszweck (Zierrasen, Strapazierrasen, Landschaftsrasen) werden die jeweiligen Anteile der geeigneten Grasarten in mehreren Sorten zusammengefügt. Fachgerechte Mischungen für edle, feine Zierrasen sind anders zusammengesetzt wie für belastbare Sportrasen und nur gelegentlich genutzte Hausrasenflächen oder gar Nachsaatmischungen zur Renovation von alten Rasenflächen. Ein besonderes Qualitätsmerkmal stellen die jeweiligen Sorten der Grasarten in den Mischungen dar. Leider werden auch heute noch landwirtschaftliche Futtergräser statt guter Rasensorten eingemischt. In der Landwirtschaft werden diese Gräser wegen ihrer Frohwüchsigkeit und schnellen Massenbildung genutzt. Diese Eigenschaften werden im Rasenbereich aber gerade nicht gefordert. Deshalb sind derartige Mischungskomponenten für eine gute Rasenqualität eher abträglich. Sie dienen lediglich dazu, die Rasenmischung billig zu machen. Die mögliche vordergründige Einsparung beim Kauf der Rasenmischung wird dann später durch die nicht vorhandene Rasenqualität teuer bezahlt.


Welche Gräserarten kommen in welchen Rasenmischungen vor?
Der Sport- und Spielrasen veträgt Belastungen. Man findet ihn nicht nur in Haus- und Kleingärten, sondern auch auf Sport- und Spielplätzen. Weiterhin findet er in Parkanlagen und Schwimmbädern Verwendung. Es werden 30-45% Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), 30-60% Wiesenrispe (Poa pratensis) und 0-25% Rotschwingel (Festuca ssp.) verwendet. Der Gebrauchsrasen ist der typische Hausgartenrasen. In ihm sind 25-45% Deutsches Weidelgras, 15-30% Wiesenrispe und 35-50% Rotschwingel zu finden. Der Zierrasen wird auf repräsentativen Flächen eingesetzt. Er enthält 60-90% Rotschwingel, 0-25% Wiesenrispe, 0-10% Straußgras und 0-10% Deutsches Weidelgras.