Durch die Benutzung eines Rasenplatzes durch mehrere Mannschaften, wie
es sich aus dem Trainings- oder Punktspielbetrieb ergibt, reicht die Grundpflege nicht mehr aus. Hier
wird der Einsatz von mechanischen Maßnahmen zur Optimierung der Rasennarbe erforderlich.
Erhaltungspflege
Vertikutieren
Filzreduktion Ausdünnung Beseitigung von kleineren Unebenheiten |
Aerifizieren
Belüftung Bodenaustausch Beseitigung von Verdichtungen |
Besanden
Abmagerung Beseitigung von Unebenheiten 2-5 L/qm |
Vertikutieren
Durch abgestorbene Pflanzenteile, wie Ausläufer, oberirdische Wurzeln und
Stängelteile, bildet sich an der Bodenoberfläche nach und nach eine Filzschicht, die sich negativ
auf den Rasen auswirkt und deshalb regelmäßig entfernt werden muss. Durch die Anreicherung einer Filzschicht
verflachen die Wurzeln, die Scherfestigkeit nimmt ab, Pilzkrankheiten treten häufiger auf und das
Wasser kann nicht mehr in den Boden eindringen.Bei stärkerer Filzauflage muss häufiger vertikutiert
oder sogar aerifiziert werden. Das Vertikutiergut ist von der Fläche zu entfernen.
Aerifizieren
Der stärksten Belastungen durch den Spiel- und Pflegebetrieb unterliegt der obere
Horizont der Rasentragschicht. Dies trifft vor allem bei ungünstigen Witterungsbedingungen zu.
Aerifizieren lockert den Boden und schafft Hohlräume zur Verbesserung des Gasaustausches und fördert damit
das Wurzelwachstum und die biologischen Aktivität. Weiterhin wird durch Aerifizieren die
Wasserdurchlässigkeit gefördert und die Oberfläche wird durchlässiger, da auch
der Rasenfilz auf diese Weise verringert wird. Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg durch
Aerifizieren ist der Anteil der bearbeiteten Fläche. Je nach Zinkendurchmesser sind Lochzahlen von
400 bis 800 Löcher /qm möglich. Optimale Wirkung erzielt man mit Geräten, die Hohlzinken, sogenannte Spoons besitzen.
Stark genutzte Flächen werden im Frühjahr und im Herbst aerifiziert.
Der Lochaushub kann anschließend mit einem Schleppnetz oder ähnlichem wieder in der Rasennarbe verteilt
werden.
Besanden
Sand fördert die Durchlässigkeit für Wasser und Luft gerade im oberen
Bodenhorizont. Bindige und humose Böden werden mit Sand abgemagert, leichte Platzunebenheiten
können ausgeglichen werden. Regelmäßiges Besanden führt zu einer trockenen und ebenmäßigen Oberfläche.
Gleichzeitig wird der Rasenfilz mit Sandkörnern durchmischt, besser abgebaut und bleibt durchlässig.
Die Besandung sollte während der Vegetationsperiode von April bis September in Kombination mit
einer mechanischen Pflege, wie Vertikutieren, Schlitzen, Aerifizieren oder Tiefenlockern erfolgen.
Nachdem der Sand an der Rasenfläche angetrocknet ist, folgt die Einarbeitung in die Rasennarbe
bzw. in die Aerifizierlöcher mit dem Schleppnetz oder ähnlichen Geräten. Es sollten nur geprüfte
Quarzsande, die gewaschen sind und deren Korngröße bei 0-2 mm liegen, verwendet werden.
Sandmengen für einen Sportplatz
| Maßnahme |
l/m2 |
m3/Platz |
t/Platz |
| Standartpflege, Vertikutieren |
2-3 |
14-21 |
21-32 |
| Aerifizieren, Ebenflächigkeit |
4-6 |
25-42 |
42-63 |
| Tiefenlockerung, Regeneration |
6-8 |
42-56 |
63-84 |